PUNKT.SYSTEME im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen

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Beschreibung:

Ein Punkt gehört zu denjenigen Dingen im Leben, die einem so lange selbstverständlich sind, bis man anfängt, über sie nachzudenken. Das fängt bei den Dimensionen an: Wie groß ist ein Punkt eigentlich? Oder wie klein? Und welche Form hat er? Muss er rund sein? Und was unterscheidet ihn von einem Kreis? Die Größe? Ein Punkt jedenfalls  ist  etwas ganz kleines, und Mathematiker gehen davon aus, dass seine Fläche gegen Null geht, genauso wie seine räumliche Dimension. Umso erstaunlicher, dass schon Wassily Kandinsky feststellte: „Das Reich der Punkte ist unbegrenzt.“

Diesem „unbegrenzten Reich“ widmet sich die Ausstellung „Punkt.Systeme. Vom Pointillismus zum Pixel“. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass sich im 20.Jahrhundert die Darstellung der Welt grundlegend verändert hat.

Dazu beigetragen haben vor allem technische Entwicklungen wie Reproduktionsverfahren und die zunehmende Digitalisierung der Welt. Die sichtbare Wirklichkeit wird zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Der Punkt beziehungsweise der Pixel ist die kleinste Einheit, gewissermaßen das „Atom“ solcher auf Rastern beruhender Bildgebungsverfahren, mit denen sich in unterschiedlichsten Systemen die Welt als Bild neu ordnen und darstellen lässt.

„Punkt.Systeme“ untersucht solche auf dem Punkt basierenden Bild- und Darstel-lungssysteme quer durch das 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Der Querschnitt reicht vom Pointillismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts (z.B.  Paul Signac und Christian Rohlfs) über die modernen Abstrakten (Wassily Kandinsky oder Sophie Taeuber-Arp), die Raster von Sieb- und Offset-Druck in der Kunst der 60er Jahre (Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke), zeitgenössische abstrakte Kunst (Claudia Wieser oder Gert und Uwe Tobias), singuläre Positionen wie John Baldessari oder David Shrigley bis in die Welt der Pixel unserer Zeit (Thomas Ruff, Adrian Sauer).

Im Zentrum der Ausstellung steht eine spektakuläre Rauminstallation der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama: „The Obliteration Room“ („Auslöschungsraum“), der zu Beginn noch aus zwei weiß gestrichenen und weiß möblierten Räumen besteht (einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer), die im Laufe der Ausstellung gestaltet werden und zwar nicht von der Künstlerin, sondern von den Besuchern selbst. Mit je etwa einem Dutzend verschiedenfarbiger Punkte ausgestattet kann jeder und jede die Räume nach eigenen Vorstellungen bekleben und verändern, nach Lust und Laune das Kunstwerk gestalten und dabei die Raumwahrnehmung aller verändern – Mitmachen erwünscht!
Text: Wilhelm-Hack-Museum